Eröffnung von #watch22
Schauspiel: Agonie und Ekstase des Steve Jobs
Workshop: Smart mit Smartphone und Tablet
Vorträge: Die Macht der Algorithmen
Datenschutzworkshop des LfDI
Coding Camp
Vorträge: Big Data – Smart Data
Coding Camp
Leseperformance: Digital ist besser!?
Vorträge: Grundrechte in Zeiten von NSA und Google
Kurzfilme: Do not track
Konzert: Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen
Vorträge: Bargeld in der digitalen Gesellschaft
Crypto-Session
Dämmerschoppen: Persönlicher Datenschutz
Filme und Vortrag: 1984
Film und Gespräch: Christoph Faulhaber
Mainzer Museumsnacht
Konzert: Die menschliche Stimme / La voix humaine
Lesung Christian Humberg
Schauspiel: Agonie und Ekstase des Steve Jobs
Lesung: Hannes Grassegger: Das Kapital bin ich
Film: Citizenfour mit Gast Constanze Kurz (CCC)
Film: Citizenfour
Film: We are Legion
05.06. Buchvorstellung
Finissage von #watch22

 

Fr., 08. 05., 19:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

Eröffnung von #watch22

Begrüßung: Staatsministerin Vera Reiß

Grußworte: Edgar Wagner, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI), und Dr. Gabriele Rasch, Essenheimer Kunstverein e. V.

Einführung: Günter Minas, künstlerischer Leiter

Aktion: „eye could see“ von Nora Peters

… und viele Künstler der Ausstellung

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Sa., 09. 05., 19:30 Uhr, Staatstheater Mainz, U17

„Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“

nach Mike Daisey, mit Klaus Köhler

Eintritt: € 17,00

„Think different.“

Ab 1997 war das der Werbeslogan des Apple-Konzerns. Und die Apple-Entwickler hielten, was sie versprachen: Sie dachten Dinge anders und revolutionierten wie wir Musik hören, Fotos machen, Informationen erhalten und miteinander kommunizieren. Das, was wir heute Digitalisierung nennen, wäre ohne sie nicht möglich gewesen.

Fast zwanzig Jahre später liebt jeder Apple-Produkte! Sie erleichtern uns den Alltag, sind intuitiv zu bedienen und gelten als Meilenstein des Produktdesigns. Der 2011 verstorbene Konzernchef Steve Jobs wird als Genie verehrt. Dank seiner steht die Firma nicht bloß für innovative Technik sondern auch für Kreativität und Individualität. Nicht umsonst ist den meisten Produktnamen ein „i“ vorangestellt: Apple stellt MEINEN MP3-Player, MEIN Telefon und MEIN Tablet her.

Aber wie und wo werden die Geräte, die fast jeder in der Hosentasche hat, eigentlich produziert?
Das fragte sich auch der US-amerikanische Autor, Schauspieler und bekennende Apple-Fan Mike Daisey und stieß bei seiner Recherche in China auf unmenschliche Produktionsbedingungen, die so gar nicht zum Hochglanzimage des Konzerns passen wollen. (Staatstheater Mainz)

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Mo., 11. 05., 09:00 Uhr, Verbraucherzentrale RLP, Seppel-Glückert-Passage 10

„Smart mit Smartphone und Tablet“

Workshop von 9 bis 12 Uhr für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 9

Anmeldung: 06131- 284835 und telekommunikation(at)vz-rlp.de

Apps sind als digitale Helfer im Alltag nicht mehr wegzudenken – aber wo viel Licht, gibt’s auch manchen Schatten: So bedeutet eine kostenlose App nicht, dass der angebotene Dienst ohne Gegenleistung erfolgt. „Gratis“-Apps finanzieren sich in der Regel, indem der Anbieter personenbezogene Daten verwendet und das Nutzungsverhalten auf dem jeweiligen Gerät auswertet. Sie machen den Nutzer rasch zum gläsernen Verbraucher.

Zudem erweisen sich vermeintliche Gratis-Apps als Kostenfalle. Denn oft lassen sich erst gegen Bezahlung alle Funktionen nutzen und z. B. Spiele weiterspielen.
Im Rahmen eines Workshops sollen Jugendliche für die Hintertüren und Fallstricke sensibilisiert werden und gemeinsam erarbeiten, wie sie nicht in diese hineintappen.

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Mo., 11. 05., 18:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Die Macht der Algorithmen – Macht ohne Kontrolle?“

Veranstaltung mit Technologie-Unternehmerin und Buchautorin Yvonne Hofstetter und Prof. Dr. Dieter Dörr (Uni Mainz)
Veranstalter: LfDI und Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Bei der Informationssuche im Internet, beim Online-Kauf, der Bonitätsbewertung oder dem Hochfrequenzhandel an Börsen, zunehmend beeinflussen automatisierte Entscheidungsprozesse Angebot, Bewertung und Auswahl. Fehlende Transparenz lässt eine Überprüfung solcher Entscheidungen oftmals nicht zu.

Nach einführenden Vorträgen von Yvonne Hofstetter, Technologie-Unternehmerin und Autorin des Buchs „Sie wissen alles. Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen“ und Prof. Dr. Dieter Dörr, Medienrechtler und Geschäftsführender Direktor des Mainzer Medieninstituts diskutieren der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Edgar Wagner, und der Minister der Justiz und für Verbraucherschutz, Prof. Dr. Gerhard Robbers, welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen die wachsende Bedeutung auf Algorithmen gestützter Entscheidungsprozesse hat.

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Mi., 13. 05., 09:15 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

2222. Datenschutz-Workshop des LfDI

mit Schülerinnen und Schülern des Frauenlob-Gymnasiums, Mainz, und einer Diskussionsrunde mit Staatsministerin Vera Reiß und Staatsminister Prof. Dr. Gerhard Robbers

Infos und zur Jugendhomepage Young Data

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Mi., 13.05., ab 14:00 Uhr, Rabanus-Maurus-Gymnasium

Start des Coding Camps des LfDI

Schülerinnen und Schüler entwickeln an vier Tagen Smartphone-Apps unter Anleitung der FH Bingen, der Hochschule Mainz und des des Chaos Computer Clubs.

Zeitplan des Coding Camps:
Mittwoch: 14:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 Uhr – 13:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag: 10:00 Uhr – 13:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Samstag in den Bonifaziustürmen: 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr; ab 10:30: Präsentation der Projekte vor der Jury und Preisverleihung

Infos

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Mi., 13.05., 18:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Big Data – Smart Data: Von der Datenwolke zur konkreten Information“

Veranstaltung mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Edgar Wagner (LfDI), Dr. Bernhard Rohleder ,Geschäftsführer des BITKOM, Jens Redmer, Director Business Development Google EMEA

Moderation: Horst Ellermann, Chefredakteur CIO.

Veranstalter: Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP e. V.)

Infos

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Sa., 16. 05., 10:30 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

Abschlussveranstaltung des Coding Camps – Präsentation und Preisverleihung
mit Staatssekretär Hans Beckmann und Edgar Wagner (LfDI)

Infos

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So., 17. 05., 18:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Digital ist besser!?“

Eine Leseperformance von Klaus Köhler, Staatstheater Mainz

Eintritt für Ausstellungsbesucher frei

Klaus Köhler, Hauptdarsteller des Stücks „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ im Staatstheater Mainz, liest in seiner Performance Texte, die zur Digitalisierung, Vernetzung, „Smart“ und „Big“ Data unterschiedliche Positionen einnehmen. Textauswahl und Dramaturgie: Sinja Marie Krüger.

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Mo., 18. 05., 19:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Zum Verfassungsfest: Grundrechte in Zeiten von NSA und Google“

Veranstaltung mit Bundesjustizministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und dem Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs Dr. Lars Brocker
Veranstalter: LfDI und Landeszentrale für politische Bildung RLP
unterstützt vom Lions Club Mainz Schönborn und der Vereinigung liberaler Juristen RLP

Am 18. Mai feiern wir unsere Landesverfassung – aber wie ist es um sie bestellt in Zeiten von NSA und Google, von staatlichen Zugriffen auf unsere privaten Daten und von undurchschaubaren Machenschaften der Internet-Giganten. Darüber diskutieren die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und der Präsident des Verfassungsgerichtshofs Dr. Lars Brocker, die auf die Reaktionen des Gesetzgebers und der Verfassungsgerichte in unserer digitalen Lebenswelt schauen. Genügt das „Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung“ aus dem Jahre 1983 noch, wenn unser Staat uns vor fremdstaatlicher und privatwirtschaftlicher Ausforschung schützen soll? Nützt uns ein „Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“ (2008), wenn der Staat – wie bei der Vorratsdatenspeicherung – auf Ergebnisse privater Datenspeicherungen zugreift? Welche Mittel gibt es gegen die wirtschaftliche Übermacht der Internet-Giganten – oder hilft uns da keine Verfassung, sondern nur Selbstdatenschutz und die Veränderung des eigenen Nutzerverhaltens?

Eine Veranstaltung keineswegs nur für Juristen – sondern für alle mündigen Bürgerinnen und Bürger!

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Di., 19. 05., 20:30 Uhr, CinéMayence, Schillerstraße 11

„Do not track“

Videos und Clips aus dem Internet zum Thema Datenschutz und Privatsphäre im digitalen Zeitalter, kuratiert und moderiert von VJ Reinhard W. Wolf

Eintritt € 5,00, ermäßigt € 4,00

Wie sich Aktivisten und Künstler in der ‚Vlogosphäre’ mit der Visualisierung unsichtbarer Verletzungen der Privatsphäre beschäftigen und welche Gegenstrategien sie entwerfen, wird in diesem abwechslungsreichen Programm vorgestellt.

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Mi., 20. 05., 19:30 Uhr, Plenarsaal des Landtags RLP, Platz der Mainzer Republik 1

„Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen“- Zündelnde Klavierlieder des Komponisten Moritz Eggert

mit Peter Schöne, Bariton, und Moritz Eggert, Klavier und Moderation

Veranstalter: SWR und LfDI in Zusammenarbeit mit dem Landtag Rheinland-Pfalz

Eintritt frei, Einlasskarten an der Pforte des Landtags erhältlich

  1. Welche Musik umgibt uns? Spiegelt sie unsere eigene Zeit? Nein. In der Regel wird Vergangenes beschrieben und kopiert.
  2. Wie aber lässt sich die heutige Dominanz von facebook, google oder Twitter vertonen?
  3. Welche musikalischen Übersetzungsmöglichkeiten gibt es für Informationsfreiheits- und Datenschutzthemen?
  4. Ist die Demokratie tatsächlich eine „veraltete Technologie“?
  5. Wenn ja, wie klingt der Tod dieser Idee?

Der Münchener Komponist, Moritz Eggert, gehört zu den wenigen Ausnahmemusikern denen es gelingt, brandaktuelle Themen unserer Zeit in überzeugende, bleibende Klänge zu transferieren.

Programm:

„Ode an Twitter“ (2013) – Für Stimme und Klavier
1. Geschäftig, 2. Nachdenklich, 3. Romanze, 4. Dozierend, 5. Stürmisch
(Text Moritz Eggert)

„Büchner-Portrait“ (1996/1997)
(Text Georg Büchner)

„Paradies Berlin“ (2002/2003)
5 Lieder für Stimme und Klavier nach Gedichten von Birgit Müller-Wieland
IV: Im Haus gegenüber

„Bordellballade“ (2009)
21 Lieder für 1-6 Stimmen und Klavier, Auszug
„Kann man die Liebe denn kaufen“, „Mach mit“ „Das Lied vom goldenen Handwerk“ „Die Zeiten, sie drehn sich“ „Man müsste blind sein“

„Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen“ (2014)
Text: Google-Kollage von Moritz Eggert
Fassung für Stimme und Klavier (eingerichtet von Jacopo Salvatori)

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Do., 21. 05., 18:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Bargeld in der digitalen Gesellschaft – Anachronismus oder gedruckte Freiheit?“

Veranstaltung mit Staatsministerin Eveline Lemke, Roland Tichy, Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung e.V., Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Hans-Bernhard Beykirch, Vice President Visa Europe
Veranstalter: LfDI und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Führende Ökonomen, unter ihnen die Harvard-Professoren Kenneth Rogoff und Larry Summers, haben sich jüngst für die Abschaffung des Bargeldes stark gemacht. Was auf den ersten Blick wie eine Zukunftsvision klingt, zeichnet sich in unserem Alltag längst ab. Handwerkerrechnungen können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie per Überweisung beglichen wurden. In einer zunehmend digitalisierten Welt erfreuen sich Mobile-Payment-Verfahren immer größerer Beliebtheit und im öffentlichen Nahverkehr einzelner Großstädte erhält einen Rabatt, wer auf Bargeld verzichtet. In Schweden hat das renommierte Finanzinstitut Swedbank gar angekündigt, in seiner Stockholmer Zentrale auf Bargeld vollständig verzichten zu wollen.

Die Vorteile, die mit einer bargeldlosen Zukunft verknüpft werden, reichen vom Ende des Falschgelds, der Steuerhinterziehung und von Raubüberfällen bis hin zu einer einfacher zu organisierenden Geldpolitik. Doch was wären die Folgen, wenn zukünftig jede Geldtransaktion Datenspuren hinterlässt und damit ein anonymes Bezahlen nicht mehr möglich ist? In einem Beitrag für die NZZ mahnt die Unternehmerin Betty Zucker eindrücklich: „Bei einem 100 Prozent digitalen Zahlungssystem kann der Bürger zu 100 Prozent unter Kontrolle gebracht werden. Ganz einfach: Man zieht ihm einfach den Stecker raus. Der Einzelne wird dann sofort in der Gesellschaft zahlungs- und praktisch handlungsunfähig. Anders ausgedrückt: Wer über das digitale Geld bestimmt, ist der absolute Herrscher.

Flyer zur Veranstaltungen

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Fr., 22. 05., 17:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

Crypto-Session – Selbsthilfe in digitalen Zeiten

17:00 – 18:00 Uhr: Workshop 1 „My Eyes Only – E-Mail-Verschlüsselung, Dropbox & Co sicher nutzen”
18:30 – 19:30 Uhr: Workshop 2 „Die gläsernen Nutzer – Datenspuren im Internet“

Veranstalter: LfDI

Die Enthüllungen zur Überwachung der elektronischen Kommunikation durch ausländische Nachrichtendienste haben ein Ausmaß an Datenspionage offenbart, das viele überrascht hat. Auch die Datenskandale der letzten Jahre haben gezeigt, dass Schutzvorkehrungen erforderlich sind. Wie man sich mit geringem Aufwand schützen kann, zeigt der Datenschutzbeauftragte Rheinland-Pfalz in einer „Crypto-Session“. In zwei Workshops wird erläutert, wie sich mit frei erhältlichen Lösungen Daten schützen lassen und der digitale Datenschatten abgeschüttelt werden kann.

Die Crypto-Session ist öffentlich und richtet sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Wer Interesse hat und sein eigenes Lapto/Notebook/Tablet mitbringt, ist eingeladen, einen ersten Blick in die gar nicht so komplizierte Welt des Selbstdatenschutzes zu werfen.

Weitere Infos

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Fr., 22. 05., 18:00 Uhr, Verbraucherzentrale RLP, Seppel-Glückert-Passage 10

„Der Schutz Ihrer persönlichen Daten – eine dämmrige Angelegenheit?“

Ein Dämmerschoppen mit Informationen und Gesprächen zu allen Fragen rund um den Verbraucher-Datenschutz
Eintritt frei

Zur Dämmerstunde lädt die Verbraucherzentrale ein zu einer Info- und Diskussionsrunde in der Mainzer Innenstadt. Willkommen sind alle, die mehr über den Schutz von persönlichen Daten erfahren und hierüber diskutieren möchten.

Das Leben von uns allen wird immer digitaler. Mit dem Internet vernetzte Geräte spielen eine immer wichtiger werdende Rolle in unserem Alltag. Doch je mehr unser Leben digitalisiert wird, desto größer werden auch die Gefahren für den Schutz der persönlichen Daten.

  1. Wie kann man sich vor Datenklau schützen?
  2. Welche Konsequenz hat die umfassende Profilbildung?
  3. Welche Datenschutzrechte haben Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber den Unternehmen?

Diese und viele andere Fragen wollen wir mit Ihnen beim „Datenschutz-Schoppen“ klären und diskutieren.

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Di., 26. 05., 20:30 Uhr, CinéMayence, Schillerstraße 11

Der Roman „1984“ – eine negative Utopie im Film
Vortrag von Günter Minas mit Ausschnitten der Verfilmungen von 1954 bis 1984.

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung RLP
Eintritt € 5,00, ermäßigt € 4,00

George Orwells legendärer Roman von 1948 gilt bis heute als Vorhersage des totalen Überwachungsstaats mit diktatorischer Kontrolle jeglichen Privatlebens – und wurde vielfach durch die Realität überholt, wenn auch anders als damals erwartet. Die sozialistischen Oligarchien, bei Orwell noch Anregung seiner Visionen, sind den globalen Konsum- und Politikvernetzungen gewichen. Heute gibt es unüberschaubar viele „Big Brothers“, die sich digitale Techniken zunutze machen.

Die verschiedenen Verfilmungen des Romans seit den 50er Jahren spiegeln immer auch aktuelle Fragestellungen ihrer Zeit wider. Der Ausstellungskurator und Filmwissenschaftler Günter Minas stellt die Rezeptionsgeschichte von „1984“ in Text- und Filmbeispielen vor.

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Mi., 27. 05., 19:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

Christoph Faulhaber: „Jedes Bild ist ein leeres Bild“ – Film und Gespräch

Der Überwachungsüberwacher und Aktionskünstler berichtet über seine ebenso riskanten wie ironischen politischen Aktionen
Eintritt für Ausstellungsbesucher frei

Christoph Faulhabers Film „Jedes Bild ist ein leeres Bild“ ist eine ebenso scharfsinnige wie humorvolle Reflektion über Realität und Identität in der globalen, digitalisierten Welt. Das Material des Films wurde unter anderem mit dem Videoeditor des weltweit vertriebenen Videospiels „Grand Theft Auto“ von Rockstar Games erarbeitet. Der Avatar Nico Bellic tritt als intellektuelles alter ego auf und reflektiert über die Projekte des Künstlers Faulhaber.

In einer rasanten Mischung von Dokumentation und Fiktion, klassischer Narration, Videoclip und virtueller Realität erzählt Faulhaber seine eigene Biographie und legt offen, wie der Künstler ständig an die Grenzen herrschender Systeme stößt, mit seinen Projekten Räume öffentlichen Interesses erobert, stört und im besten Fall verändert. Mit seinem Kollegen Lukasz Chrobok gründete er beispielsweise 2005 den fiktiven Sicherheitsdienst Mister Security, der im Auftrag handelte, die Sicherheit des öffentlichen Raums zu überwachen. Seine Aktivitäten wurden beobachtet, ein RLP-Stipendium in den USA wurde ihm nach eingehender Befragung durch das FBI wieder entzogen… (aus Kunstforum, Bd. 205, 2010, S. 154)

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Sa., 30. 05., 18:00 bis 01:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

Mainzer Museumsnacht 2015

18:00 und 19:00 Uhr: watch the smart city – eine Stadtführung von oben
Ab 21:00 Uhr: Sundowner – Künstlergespräche und Cocktails über dem nächtlichen Mainz., special guest: Emilio Vavarella, New York
23:00 und 23:30 Uhr: tanzmainz – Mattia de Salve solo
Eintritt für Ausstellungs- und Museumsnachtbesucher mit Bändchen frei

Die Museumsnacht bietet noch einmal eine besondere Gelegenheit, die höchstgelegene Ausstellung von Mainz zu besuchen. Man kann den berauschenden Blick über die Stadt und ihr Umland allein genießen oder sich erfahrenen Führern mit ihren zahlreichen Fakten und Anekdoten anschließen, später bei einem Cocktail den Sonnenuntergang erwarten, sich mit unseren Künstlern unterhalten, darunter Emilio Vavarella, der auf seiner Europareise bei uns Station macht, und schließlich ist die Bühne frei für Solotänzer Mattia de Salvo vom Staatstheater mit zwei kurzen Ausschnitten aus der Produktion MUCH | LESS.

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Sa., 30. 05., 20:15 Uhr, Foyer der Westdeutschen ImmobilienBank, Große Bleiche 46

„Die menschliche Stimme / La voix humaine“

Ein interaktives Smartphone-Opernprojekt
Komposition: Francis Poulenc, Text: Jean Cocteau, mit Barbara Arneke, Mezzosopran, und Andreas Arneke, Klavier
Veranstalter: SWR und LfDI
Schalten Sie Ihre Smartphones ein!
Eintritt frei

Francis Poulencs Oper „La voix humaine“ erlebte 1959 eine triumphale Uraufführung in Paris. In Cocteaus bereits elf Jahre zuvor als Sprechtheaterstück aufgeführtem Monodrama wird das Ende einer Liebesbeziehung thematisiert. Zu sehen ist nur die Verlassene. Sie führt ein absurdes Telefonat mit ihrem Geliebten. Ihn sieht und hört man nicht. Die „menschliche“ Stimme ist also nicht real, sondern Phantasie, ein Phantom. Wirklich?

Ist die gesamte Kommunikation eine Illusion? Handelt es sich gar um bewusste Irreführung? Droht Gefahr, wenn wir Beobachter nicht einschreiten? Finden Sie es heraus! Schalten Sie Ihre Smartphones ein und übernehmen Sie die Kontrolle. Mithilfe eines nachrichtendienstlichen Programms wird es Ihnen ermöglicht, geheime Codes und Botschaften zu entschlüsseln, Fragen zu beantworten. Ist die telefonierende Frau tatsächlich so harmlos, wie es scheint?

Greifen Sie aktiv in das Geschehen ein. Lassen Sie uns an der Zukunft der Überwachung arbeiten, den lesbaren Gedanken.

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So., 31. 05., 16:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Geek Pray Love“

Lesung mit dem Autor Christian Humberg
Veranstalter: LiteraturBüro Mainz e. V. und LfDI
Eintritt für Ausstellungsbesucher frei

Christian Humberg, Andrea Bottlinger
GEEK PRAY LOVE – Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest
Faszinierend! Jahrelang als Subkultur belächelt, regieren wir Geeks und Nerds inzwischen die Welt – und zwar längst nicht nur die d
igitale. Doch noch immer steht uns der Großteil der Erdlinge so ratlos gegenüber wie Darth Vader dereinst den Ewoks. Nur keine Panik, Menschheit. In einer galaktischen Mischung aus Roman und Sachtext erklärt dir dieses Buch die Spezies Geek in all ihren schillernden Facetten – von den Anfängen der Conventionszene bis zu den Untiefen der Fanfiction, vom Schicksalsberg bis nach Hogwarts, vom Turnbeutelvergesser bis zur großen Liebe. Ein praktischer Leitfaden für ein komplettes Lebensgefühl.
GEEK PRAY LOVE – Wer will denn schon normal sein?
Autorenbio Christian Humberg
Christian Humberg arbeitet seit Ende der Neunziger als freier Autor von Romanen und Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie als Übersetzer und Lektor. Bis heute veröffentlichte er über vierzig Titel in verschiedenen Genres, darunter Fantasy und Science Fiction, die zum Teil in andere Sprachen übersetzt wurden. Er lebt vor einem PC-Monitor, der ihm die Sicht auf den Mainzer Dom versperrt.
http://www.christian-humberg.de
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Sa., 31. 05., 19:30 Uhr, Staatstheater Mainz, U17

„Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“

nach Mike Daisey, mit Klaus Köhler
Eintritt: € 17,00

„Think different.“

Ab 1997 war das der Werbeslogan des Apple-Konzerns. Und die Apple-Entwickler hielten, was sie versprachen: Sie dachten Dinge anders und revolutionierten wie wir Musik hören, Fotos machen, Informationen erhalten und miteinander kommunizieren. Das, was wir heute Digitalisierung nennen, wäre ohne sie nicht möglich gewesen.

Fast zwanzig Jahre später liebt jeder Apple-Produkte! Sie erleichtern uns den Alltag, sind intuitiv zu bedienen und gelten als Meilenstein des Produktdesigns. Der 2011 verstorbene Konzernchef Steve Jobs wird als Genie verehrt. Dank seiner steht die Firma nicht bloß für innovative Technik sondern auch für Kreativität und Individualität. Nicht umsonst ist den meisten Produktnamen ein „i“ vorangestellt: Apple stellt MEINEN MP3-Player, MEIN Telefon und MEIN Tablet her.

Aber wie und wo werden die Geräte, die fast jeder in der Hosentasche hat, eigentlich produziert? Das fragte sich auch der US-amerikanische Autor, Schauspieler und bekennende Apple-Fan Mike Daisey und stieß bei seiner Recherche in China auf unmenschliche Produktionsbedingungen, die so gar nicht zum Hochglanzimage des Konzerns passen wollen. (Staatstheater Mainz)

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Mo., 01. 06., 19:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Das Kapital bin ich: Schluss mit der Digitalen Leibeigenschaft!“

Lesung mit Autor Hannes Grassegger
Veranstalter: Cardabela-Buchladen und LfDI
Eintritt für Ausstellungsbesucher frei

Das Manifest für alle Internet-Zweifler und Gegner der virtuellen Manipulation. Für alle, deren Fingerspitzen nur noch Touchscreens berühren, die in YouTube verloren gehen und sich von Facebook ausgenommen fühlen. Für alle, die sich den AGBs von Google & Co nicht mehr fügen wollen. Es ist Zeit, sich aus der selbstverschuldeten „Digitalen Leibeigenschaft“ zu befreien!

Der Ökonom Hannes Grassegger zeigt auf, wie wir zu einem neuen Selbstbewusstsein im Umgang mit unseren Daten finden und auch noch Geld daran verdienen.
Lesung mit Hannes Grassegger im Rahmen von #watch22 am 1. Juni 2015. Herr Grasseger wird an diesem Abend die Thesen seines Buches „Das Kapital bin ich“ zur Weiterentwicklung des privaten Datenschutzes hin zu einer privaten Datennutzung vorstellen. Vortragsdauer ca. 45 Min. mit anschließender Diskussion. Der Vortrag wird durch audiovisuelle Hilfsmittel unterstützt.
Hannes Grassegger, geboren 1980, vor dem Computerscreen aufgewachsen, ist Reporter und Ökonom. Seine Texte, häufig zum Leben im Digitalen Kapitalismus, erscheinen unter anderem in der NZZ, dem ZEIT-Magazin, bei REPORTAGEN und dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Während seines Studiums in Berlin und Zürich arbeitet er in der Finanzindustrie und besetzte gleichzeitig Häuser.
Herr Grassegger steht sowohl vor als auch nach der Veranstaltung für Pressetermine bereit.
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Di., 02. 06., 20:30 Uhr, CinéMayence, Schillerstraße 11

„Citizenfour“ mit Constanze Kurz (CCC)

Dokumentarfilm von Laura Poitras über Edward Snowden, USA/D 2014, OmU
Mit einer Einführung von Constanze Kurz (Sprecherin Chaos Computer Clubs)
Eintritt € 5,00, ermäßigt € 4,00

Im Januar 2013 erhält die Filmemacherin Laura Poitras verschlüsselte Emails von einem Unbekannten, der sich „Citizen Four“ nennt und Beweise für illegale verdeckte Massenüberwachungsprogramme der NSA und anderer Geheimdienste in Aussicht stellt. Im Juni 2013 fliegen. Laura Poitras und der Journalist Glenn Greenwald nach Hongkong, um sich mit dem Unbekannten zu treffen. Es ist Edward Snowden.

Laura Poitras filmt die acht Tage der verdeckten Zusammenkünfte im Hotelzimmer, in denen Snowden über die vorgelegten Dokumente Auskunft gibt. Der Medienwirbel, der nach den ersten Artikeln über die Snowden-Dokumente über die vier Anwesenden in diesem gesichtslosen Hotelzimmer hereinbricht, verstärkt den Druck zu schnellen Entscheidungen …

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Mi., 03. 06., 20:30 Uhr, CinéMayence, Schillerstraße 11

„Citizenfour“

Dokumentarfilm von Laura Poitras über Edward Snowden, USA/D 2014, OmU.
Eintritt € 5,00, ermäßigt € 4,00

CITIZENFOUR zeigt nicht nur die Gefahren geheimdienstlicher Überwachungen auf – er lässt sie uns miterleben.
CITIZENFOUR zeigt den Menschen Edward Snowden, wie er noch nie zu sehen war, und erhellt aus dieser Nähe die Beweggründe für eine der folgenreichsten Enthüllungen der letzten Jahrzehnte.

Offizielle Filmseite: https://citizenfourfilm.com/

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Do., 04. 06., 20:30 Uhr, CinéMayence, Schillerstraße 11

„We are Legion: The Story of the Hacktivists“

Dokumentarfilm von Brian Knappenberger, USA/UK 2012, OmU
Eintritt € 5,00, ermäßigt € 4,00

Der Dokumentarfilm „We Are Legion: Die Story der Hacktivists“ eröffnet uns die Welt der weltweiten Bewegung „Anonymous“; eine radikale „Hacktivist“-Gemeinschaft, die den Ungehorsam der Bürger im digitalen Zeitalter neu definiert hat.

Der Film untersucht die Wurzeln der „Hackactivist“-Gruppen wie „Cult of The Dead Cow“ und „Electronic Disturbance Theater“ und begibt sich auf die Spurensuche, wie sich die Gruppen zu einer Bewegung entwickelten und sie zu „Anonymous“ verschmolzen sind; eine inzwischen gewachsene Bewegung mit globaler Reichweite und außergewöhnlicher Macht.

Offizielle Filmseite: http://wearelegionthedocumentary.com

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Fr., 05.06., 18.30 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

„Was macht ihr mit meinen Daten?“

Vortrag und Buchvorstellung mit dem Politiker und Autor Malte Spitz
Veranstalter: Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz und LfDI
Eintritt für Ausstellungsbesucher frei

Während alle nur theoretisch über Datenschutz diskutieren, will Malte Spitz es genau wissen. Wer hat welche Information über mich gespeichert, wer verarbeitet welche Angaben über mein Leben? Er wagt eine Expedition zu den Orten, an denen sonst keiner so hartnäckig nachfragt: Behörden, Mobilfunkanbieter, Krankenkassen, Datenbanken und Rechenzentren. Wie muss es heute aussehen, das freie und selbstbestimmte Leben in Zeiten von Big Data? Der Datenschutz ist die zentrale Machtfrage des 21. Jahrhunderts.

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So., 07. 06., 19:30 Uhr, Staatstheater Mainz, U17

„MUCH │LESS“

tanzmainz, Choreografie von Giuseppe Spota
Eintritt: € 10,00

Kommunikation ist ein kostbares Gut. Die heute 15 bis 30-Jährigen sind die ersten der sogenannten Web-Natives, groß geworden mit digitalen Medien. Den Augenblick genießen, ein Leben voll und ganz im Hier und Jetzt. Sie sind die individullen Weltbürger mit der Macht der Masse. Jedenfalls solange man ein Kabel in der Wand hat. Studien zeigen, dass ein Netzausfall ähnliche Symptome provoziert, wie ein Drogenentzug.

MUCH | LESS ist ein bewegungsreiches Stück mit sieben coolen Tänzern, live angetrieben von DJ Daniel Agema und Schlagzeuger Florian Schlechtriemen. Der Choreograf Giuseppe Spota, Jahrgang 1983, erhielt 2011 den Deutschen Theaterpreis FAUST als bester Tänzer des Jahres. Seit 2012 sorgt er auch mit eigenen Stücken für Aufsehen. (Staatstheater Mainz)

mehr Infos auf der Homepage des Theaters

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So., 07. 06., 18:00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock

Finissage von #watch22
Preisverleihung des Fotowettbewerbs „Mein Recht auf meine Daten“

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Ein Gedanke zu „Veranstaltungen in der Ausstellung sowie an anderen Orten

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